Stade - Im Fall des erschossenen Seeadlers in Balje-Hörne hat die Staatsanwaltschaft Stade einen Tatverdächtigen ermittelt. Bei dem Mann handele es sich um einen 65-jährigen Jäger aus der Gemeinde, sagte Staatsanwalt Kai Thomas Breas am Freitag. Zunächst hatte die „Nordsee-Zeitung“ hierüber berichtet.

Zeugen hätten am 27. Januar beobachtet, wie ein Mann mit einer Langwaffe in der Nähe des Horstes in den Wald ging. Kurze Zeit später hörten sie einen Schuss. Der tote Seeadler war am 10. Februar entdeckt worden. Zu dem Zeitpunkt war er laut eines Gutachtens schon längere Zeit tot. Der Tatverdächtige habe sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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Seeadler sind streng geschützt, in Niedersachsen gibt es nur schätzungsweise rund 200 Exemplare. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist die vorsätzliche Tötung von streng geschützten Arten verboten. Bei einer Verurteilung droht dem Täter eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

Einem nahen Familienmitglied des Mannes gehört laut Breas in der Nähe des Horstes Grundbesitz. „Wir ermitteln, ob durch die Tötung des Seeadlers das Grundeigentum einen Wertzuwachs erfahren hat“, sagte Breas und nannte in dem Zusammenhang mögliche Planungen zu Windenergieflächen. In Balje-Hörne befindet sich ein Windpark. Baljes Bürgermeister Hermann Bösch (CDU) sagte der „Nordsee-Zeitung“, es seien keine weiteren Anlagen geplant. Breas betonte dagegen: „So etwas wird lange im Voraus begutachtet und brütende Seeadler spielen für eine Entscheidung eine Rolle.“

Sollte der Wert des Grundbesitzes durch den Tod des Seeadlers tatsächlich gestiegen sein, könnte der Staat den finanziellen Vorteil abschöpfen - auch wenn dem Eigentümer keine Straftat nachgewiesen werden könne, so Breas.