Hannover - Zwei Wochen nach dem Regierungswechsel haben SPD und Grüne die Leitung des niedersächsischen Verfassungsschutzes neu besetzt. Die seit 2003 amtierende Sprecherin der Landesbehörde, Maren Brandenburger, löst Hans-Werner Wargel als neue Präsidentin ab.

Das Landeskabinett stimmte am Dienstag in Hannover einstimmig dem Vorschlag von Innenminister Boris Pistorius (SPD) zu. „Brandenburger ist eine Idealbesetzung für die anstehenden Herausforderungen“, sagte Pistorius. Brandenburger, seit 18 Jahren SPD-Mitglied, sei glaubhaft, kompetent und habe einen großen Vertrauensvorschuss bei den Mitarbeitern.

„Wir müssen den Verfassungsschutz nicht völlig neu erfinden. Aber das Selbstbewusstsein der Behörde auf ein neues Fundament stellen“, sagte Brandenburger. Ihr gehe es um eine bessere Wahrnehmung der Behörde in der Öffentlichkeit.

Pistorius betonte, der Wechsel an der Hausspitze sei auch Grundstein für die inhaltliche Neuordnung der Behörde. Konkrete Punkte der Neustrukturierung nannte er noch nicht. Es stehe jedoch fest, dass sich der Verfassungsschutz nicht mehr um die politische Bildung kümmern werde. Zudem werde sich eine Kommission künftig mit inhaltlichen Schwerpunkten beschäftigen. Dabei geht es auch um den Abbau von Stellen. Brandenburger (45) – wohnhaft in Hannover – studierte Politologie und Geschichte in Heidelberg und Hannover. Seit 1996 arbeitet die gebürtige Kielerin für den Nachrichtendienst. Sie gilt dort als erfahrene Extremismus-Expertin.