Hannover - Der Fahndungsaufwand ist enorm; seit ihrem letzten Raubüberfall bei Braunschweig im Frühsommer vergangenen Jahres aber sind die drei ehemaligen RAF-Terroristen wie vom Erdboden verschluckt. Wegen einer brutalen Überfallserie startete die Polizei vor gut einem Jahr die öffentliche Fahndung nach Burkhard Garweg (48), Daniela Klette (58) und Ernst-Volker Staub (62), die seit rund 25 Jahren im Untergrund leben.
„Vereinzelt gibt es neue Hinweise“, sagt Frank Federau, Sprecher des Landeskriminalamtes Niedersachsen (LKA), zur Arbeit der Ermittlungsgruppe, die in unveränderter Personalstärke nach den RAF-Rentnern sucht. Zuletzt schlugen die Ex-Terroristen nach deren Erkenntnisstand am 25. Juni 2016 in Cremlingen bei Braunschweig zu. Mit einer Panzerfaust und einem Automatikgewehr bewaffnet überfielen zwei Männer und eine Frau einen Geldtransporter und ein Geschäft. Die Beute soll mehrere Hunderttausend Euro betragen haben.
Nach einem erfolglosen Überfall auf einen Geldtransporter in Stuhr bei Bremen im Juni 2015 geriet das Trio ins Visier der Polizei, nachdem ihm zuletzt anhand von DNA-Spuren ein Geldtransporterüberfall 1999 in Duisburg zugeordnet worden war. Inzwischen werden ihnen neun Überfälle in Norddeutschland seit 2011 angelastet.
Obwohl die Brutalität der Überfälle an die Jahrzehnte zurückliegende Gewalt der RAF-Linksterroristen erinnert, sind die Ermittler sich sicher, dass es dem Trio bloß noch um die Altersvorsorge zum Überleben im Untergrund geht. Wo es sich heute aufhält, ist offen. „Es kann aber nach wie vor sein, dass die drei sich im benachbarten Ausland aufhalten,“ so Federau.
