Hannover - „Eine gewaltige Herausforderung“ sieht Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) mit den radioaktiven Altabfällen im Zwischenlager Leese auf das Land zukommen. Kosten in Millionenhöhe drohen.

Kontrolleure haben in einem leicht beschädigten Fass mit Atommüll aus dem Jahr 1981 im niedersächsischen Zwischenlager Leese verbotene Inhalte entdeckt. „Die aus dem medizinischen Bereich stammenden Abfälle wurden als Papier, Zellstoff etc. ausgewiesen. Tatsächlich wurden jedoch neben Beton, Holz- und Stoffresten mehrere Blech- und Plastikbehälter gefunden, die auch Flüssigkeiten enthielten“, sagt Wenzel.

Offenbar sei in früheren Zeiten „nachlässig, fahrlässig oder gar vorsätzlich bedenkenlos“ mit radioaktiv belastetem Material umgegangen worden. Die Abfälle stammen aus der geschlossenen Landessammelstelle in Steyerberg. Das Lager Leese wird jetzt nach weiteren auffälligen Fässern durchsucht.

Für die Überprüfung stehen 100 000 Euro bereit. Nicht ausgeschlossen ist, dass eine kostspielige Bergung folgt.

Der Umweltminister will nun für mehr Klarheit sorgen. Mittelfristig müssten die Fässer in einen endlagergerechten Zustand versetzt werden. Dazu gehört die Aufarbeitung aller vorliegenden Dokumentationen.