Hannover - Er schmückte sich mit den falschen Titeln „Dr. med. univ. Mag. Psych.“, gründete einen Kinderhospizverein und betreute rund 15 Familien mit pflegebedürftigen Kindern: Für insgesamt 64 Straftaten muss sich ein 31-Jähriger seit Freitag vor dem Landgericht Hannover verantworten. Er soll eine Vielzahl von Patienten psychologisch behandelt und die Leistungen teils über die Krankenkasse abgerechnet haben. Seit September sitzt er in Untersuchungshaft.

Zum Auftakt des Betrugsprozesses gab sich der Angeklagte wortkarg. So wurde am ersten Verhandlungstag zunächst eine ehemals enge Freundin und Mitbewohnerin als Zeugin gehört. Sie beschrieb die zwei Gesichter des falschen Arztes: „Nach außen herzlich, aufgeschlossen und eloquent, innerhalb der WG zunehmend aufbrausend und nach etwa einem Jahr sogar gewalttätig.“ Wie genau die Machenschaften des Hochstaplers aufgeflogen sind, wurde am ersten Verhandlungsstag nicht deutlich. Für den Prozess sind weitere vier Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird voraussichtlich am 24. Juni gesprochen.