FRIEDLAND - FRIEDLAND/DPA - Das Grenzdurchgangslager Friedland soll beim Ausbau zu einem Integrationszentrum für Spätaussiedler künftig wohnlicher werden. Das kündigte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Mittwoch im Landtag an. Die Unterkünfte in Friedland würden nun für den längeren Aufenthalt umgebaut und hergerichtet. Die Familien erhielten zusätzliche Möbel, um den Aufenthalt angenehmer zu gestalten, sagte Schünemann.

Der Umbau ist Folge eines deutlichen Rückgangs der Spätaussiedler in Deutschland. In Friedland bekommen Spätaussiedler unter anderem sechs Monate lang intensive Sprachkurse. Damit werden sie künftig weitaus länger dort untergebracht als bisher. Die Teilnahme an den Integrationskursen ist aber freiwillig.

Der Leiter der bundesweit einzigen Aufnahmeeinrichtung, Heinrich Hörnschemeyer rechnet in diesem Jahr lediglich mit rund 8000 Ankömmlingen. Im vergangenen Jahr waren noch rund 35 000 Menschen in Friedland eingetroffen. Im Rekordjahr 1989 wurden fast 400 000 Aussiedler registriert.

Die Regierungsfraktionen von CDU und FDP forderten die Landesregierung am Mittwoch im Landtag auf, das Lager Friedland wegen seiner historischen Bedeutung als „Tor zur Freizeit“ zu erhalten. Außerdem sollen nach dem Willen des Landtags die historischen Gebäude in Friedland für eine zeitgenössische Gedenkstätte genutzt werden.

Auch die Grünen hatten dies in ihrem Antrag zur Zukunft des Lagers Friedland gefordert, wollten aber noch weitergehende Schritte zur Integration von Spätaussiedlern festklopfen. Innenminister Schünemann erklärte im Landtag, die von den Grünen geforderten Punkte seien bereits umgesetzt. Die migrationspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Georgia Langhans, sagte, das Lager Friedland müsste angesichts der längeren Aufenthalte baulich verändert werden, um für die Familien dort geeignete Räume zu schaffen.

Auch Fahrten zu den umliegenden Städten müssten ermöglicht werden, damit die Aussiedler soziale Kontakte entwickeln könnten. Aus Sicht der Grünen ist die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften über eine längere Zeit hinweg stark belastend. Laut Schünemann will künftig auch Bayern seine Spätaussiedler an den Integrationskursen teilnehmen lassen. Dies wird für Januar 2007 angestrebt.

Infos unter www.friedland.de