Innenminister Friedrich und sein Staatssekretär haben die Öffentlichkeit falsch informiert. Ob aus Unkenntnis oder trotz besseren Wissens sei dahingestellt. Fest steht: Die Bild-Zeitung hat die Muslim-Studie ganz offiziell von der Pressestelle des Ministeriums erhalten. Friedrich muss seine Behauptung, das Papier sei nicht aus seinem Haus weitergegeben worden, zurückziehen.
Die Falschaussage wiegt schwer schwerer als der Schaden, der durch die verzerrte Darstellung der Studie entstanden ist. Friedrich ist nicht irgendjemand. Er trägt Verantwortung für die Aufklärung der Neonazi-Mordserie, die Vorratsdatenspeicherung und andere sensible innenpolitische Themen. Die Öffentlichkeit muss sich auf sein Wort verlassen können. Doch die Glaubwürdigkeit des Ministers hat gelitten. Wann muss er die nächste Aussage revidieren?
Der politische Gegner dürfte Friedrich die Falschaussage noch häufiger aufs Brot schmieren. Der Minister muss entscheiden, wie er mit dieser Belastung umgeht.
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