Der Israel-Besuch Joachim Gaucks ist nicht nur die bisher weiteste Reise des Bundespräsidenten, sondern auch sicher die schwierigste in seiner noch kurzen Amtszeit. Die Stippvisiten beispielsweise in Polen, Schweden, den Niederlanden und Frankreich fanden auf vergleichsweise leichtem Terrain statt. Als Ostdeutscher brachte Gauck besonders viel Verständnis für die Empfindsamkeiten der östlichen Nachbarn mit. Ein Einfühlungsvermögen, das dem evangelischen Theologen jetzt auch mit bewegenden Worten bei seiner Reise durch Nahost zugutekommt.
Denn Gauck sucht nicht nur den engen Kontakt zu Israelis. Auf dem Programm des Bundespräsident stehen auch Begegnungen mit Palästinensern. Ein äußerst schwieriges Unterfangen, wenn Hass und Todfeindschaft zum Alltag gehören. Gauck als enger Freund Israels macht kein Hehl aus seiner Position. Die Israelis spüren es offenbar genau. So fällt es leichter, dass Gauck zu geeigneter Zeit auch ein kritisches Aber formulieren will. Solidarität und Offenheit Gauck scheint bislang beides zu gelingen.
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