Es wird kräftig gefeiert in der Landespolitik: 60 Jahre CDU-Fraktion, 60 Jahre FDP und 25 Jahre Grünen-Fraktion. Die ersten Abgeordneten der Öko-Partei haben laut Fraktionschef Stefan Wenzel noch in einer WG gewohnt. „Freie Liebe“, „lila Latzhose“ und „trockener Öko-Kuchen“ seien Schlagworte jener Zeit gewesen. Heute treiben es die Grünen nur noch wild, wenn es darum geht, Landtagspräsident Jürgen Gansäuer (CDU) zu ärgern. Weil der ihnen Kunst an den Wänden der Fraktionsflure verboten hat, präsentierte Wenzel zum Jubiläum die Konterfeis der bisherigen Fraktionschefs in Glaskugeln auf Säulen. Die seien noch erlaubt. Den Spaß hat das Landtagspräsidium den Grünen trotzdem verdorben: Bei der Jubiläumsfeier im Herbst müssen sie vor die Tür.
Pünktlichkeit sei Zeitverschwendung, meinte der Dramatiker Oscar Wilde. Und Politiker sind schließlich immer knapp bei Zeit. So ließ Finanzminister Hartmut Möllring die Presse bei einem Termin 20 Minuten schmoren. Ein Stau sei Schuld, hatte der CDU-Politiker eine plausible Erklärung. Wesentlich konsequenter beherzigte SPD-Landeschef Garrelt Duin die Wilde-Weisheit. Er erschien zur Pressekonferenz seiner Partei gar nicht. Duins Zug sei liegen geblieben, hieß es zur Begründung. Woraufhin SPD-Generalsekretär Hubertus Heil spitz bemerkte: „Bahnchef Mehdorn ist Schuld. Schreiben sie das.“ Groß war die Heiterkeit, als Heil in seinem Schlusswort Duin noch ankündigte: „Er kommt in 20 Minuten.“
Wenn der Innenminister auf Reisen geht, dann fragen sich viele: Was will er da? Dem Besuch bei einem Milizengeneral in Russland ließ Uwe Schünemann jetzt eine Visite auf der Fregatte „Niedersachsen“ folgen: vor der Küste des Libanon. Grünen-Innenexperte Hans-Albert Lennartz begrüßte zwar die Abwesenheit des CDU-Politikers, vermutet aber eher eine Fahrt ins (Marine)Blaue. Für Außen- oder Sicherheitspolitik sei die Bundesregierung zuständig. Die Landesregierung habe davon aber offenbar keine Ahnung.
