GöTTINGEN/CELLE -
Der massive Polizeieinsatz verhinderte Straftaten. Auch in Celle wurde gegen Rechts demonstriert.
GÖTTINGEN/CELLE/DPA - An einer Demonstration gegen Rechtsextremismus in Göttingen haben sich am Sonnabend nach Polizeiangaben rund 4000 Menschen beteiligt. Der Protest richtete sich vor allem gegen eine zeitgleiche Kundgebung der NPD. An der Veranstaltung der Rechten vor dem weiträumig abgesperrten Bahnhof nahmen nach Polizeiangaben 225 Mitglieder der NPD und so genannter „Freier Kameradschaften“ teil. Einen Demonstrationszug der NPD durch Göttingen hatten die Gerichte untersagt.Bei der Gegendemonstration habe es zwar einige Rangeleien zwischen Demonstranten und Beamten gegeben, insgesamt sei der Umzug aber weitgehend friedlich verlaufen, sagte Göttingens Polizeipräsident Hans Wargel. Die massive Anwesenheit der Polizei – rund 6000 Beamte waren im Einsatz – habe Straftaten verhindert. Die Organisatoren des Protestmarsches, das „Bündnis gegen Rechts“, waren mit dem Verlauf der Demonstration zufrieden. Es sei deutlich gemacht worden, dass „Nazis in Göttingen nichts zu suchen hätten“, so ein Sprecher.
Vor und während der Demonstrationen nahm die Polizei 33 Personen vor allem aus dem linken Spektrum in Gewahrsam. Die meisten hätten gegen das Vermummungsverbot oder andere Auflagen für die Kundgebung verstoßen, sagte Gesamteinsatzleiter Rainer Langer. 828 Personen seien durchsucht und 51 Gegenstände sichergestellt worden. Bereits am Freitag war im Göttinger Industriegebiet ein Polizeitransporter in Flammen aufgegangen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, die Täter hätten einen Molotow-Cocktail entzündet.
Auch in Celle hatten die Rechten am Sonnabend demonstrieren wollen. Das Verwaltungsgericht Lüneburg hatte das Verbot der Stadt jedoch bestätigt. Eine Gegendemonstration unter dem Motto „Bunte Vielfalt statt brauner Einfalt“ mit gut 100 Teilnehmern verlief nach Polizeiangaben friedlich. Dagegen habe es bei einer Kundgebung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen kleinere Auseinandersetzungen gegeben.
