GÖTTINGEN - GÖTTINGEN/DPA - Die Göttinger Justiz hat sich wegen der für heute geplanten NPD-Kundgebung und den von Linksautonomen angekündigten Gegenaktionen auf zahlreiche Festnahmen eingestellt. „Wir halten 14 Richter in Bereitschaft“, die Festgenommene anhören könnten, sagte Amtsgerichtsdirektor Wolfgang Scheibel. Die Polizei rechnet mit 400 rechtsextremen NPD-Anhängern und mindestens 1500 gewaltbereiten Linksautonomen. Mehr als 6000 Beamte sollen in dem bisher größten Polizeieinsatz in der Geschichte Göttingens Krawalle verhindern. Zahlreiche Organisationen haben unterdessen zum Protest gegen die Veranstaltung der NPD aufgerufen.

Ein vom DGB organisiertes Bündnis will vom Platz der ehemaligen Synagoge aus durch die Stadt ziehen. Dazu werden bis zu 5000 Teilnehmer erwartet. Oberbürgermeister Jürgen Danielowski (CDU), die beiden großen christlichen Kirchen und die Universität wollen bei einer eigenen Veranstaltung vor der Albanikirche gegen die NPD protestieren.

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hatte die von der Stadt verbotene NPD-Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz entgegen einer erstinstanzlichen Entscheidung des Göttinger Verwaltungsgerichts genehmigt. Das Bundesverfassungsgericht hatte diese Erlaubnis am Donnerstag bestätigt.