GöTTINGEN - GÖTTINGEN/DPA - Rund 6000 Menschen haben am Sonnabend weitgehend friedlich gegen eine Kundgebung der rechtsextremen NPD in Göttingen demonstriert. Obwohl sich nach Angaben des Göttinger Polizeipräsidenten Hans Wargel unter den Demonstranten bis zu 1500 gewaltbereite Linksautonome befanden, kam es am Rande des von starken Einsatzkräften begleiteten Protestzuges lediglich zu einigen kleineren Rangeleien. Drei Polizisten wurden leicht verletzt.

Im Oktober 2005 hatten Linksautonome während einer NPD-Demonstration in Göttingen Barrikaden errichtet und entzündet. Es hatte zahlreiche Verletzte gegeben. Um ähnliche Vorfälle zu verhindern, hatte die Polizei jetzt 6700 Beamte zusammengezogen. Dieses „Konzept der Stärke“ habe sich ausgezahlt, sagte Wargel. Die angereisten Gewaltbereiten seien offenbar beeindruckt gewesen. Versuche, auf einer Zufahrtsstraße eine Barrikade zu errichten und eine Schienenblockade zu organisieren, seien gescheitert. Die Polizei hatte umfassende Kontrollen organisiert. Die Identität von 1400 Verdächtigen aus der rechten und linken Szene wurde festgestellt. 54 Menschen wurden in Gewahrsam genommen, 84 Platzverweise ausgesprochen. Die Beamten leiteten 24 Strafverfahren ein.