GOLMBACH/HANNOVER - Die steigenden Getreidepreise gefährden den Naturschutz in Niedersachsen. Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) warnte vor einem Ausstieg der Landwirte aus dem sogenannten Vertragsnaturschutz. „Ich sehe die Gefahr, dass die Landwirte nicht mehr mitmachen“, sagte Sander am Donnerstag in Golmbach. Der Minister nannte als Grund die Getreidepreise, die durch Ernteausfälle und größere Nachfrage auf den Weltmärkten stark angestiegen sind.

Beim Vertragsnaturschutz wird zwischen Landesbehörden und Grundstückseigentümern eine Nutzungsvereinbarung über eine bestimmte Fläche abgeschlossen. Wenn Landwirte etwa Wiesen aus Rücksicht auf gefährdete Tiere oder Pflanzen nur zu bestimmten Zeit mähen dürfen, werden sie dafür finanziell entschädigt. Sander fürchtet, dass die bislang gezahlten 220 Euro pro Hektar für Landwirte „nicht mehr lukrativ genug“ sind. Er hält eine Verdoppelung für notwendig. Der Minister kündigte Gespräche mit der EU an, die sich zur Hälfte an den Programmen beteiligt. Das Land will im kommenden Jahr fast sieben Millionen Euro für den Vertragsnaturschutz ausgeben.

Sander verwies auf große Erfolge des Landes beim Artenschutz. Vom Aussterben bedrohte Vogelarten wie Wiesenweihe, Kornweihe, Goldregenpfeifer und Birkhuhn hätten sich erfreulich entwickelt. Niedersachsen investiert 2007 rund 11,5 Millionen Euro in den Artenschutz.

Alleine 180 000 Euro jährlich kostet die Rettung des Südlichen Goldregenpfeifers. „Wir halten das für gerechtfertigt“, sagte der Minister. 2003 wurden nur noch vier Paare des Vogels gezählt, inzwischen sind es acht.