GORLEBEN - Mehr als tausend Demonstranten wollen den Atommüll-Transport nach Gorleben am Montag noch auf den letzten Kilometern aufhalten. Ihre Chancen, die Tieflader mit den elf Atombehältern tatsächlich längerfristig zu stoppen, sind schlecht – aber so schnell wollen sich die Demonstranten nicht mürbe machen lassen. Die Polizei hat Mühe, die Strecke zügig freizuräumen.
Manche Atomkraftgegner gehen mit ihrem Protest auch bis an Grenzen. Einige ketten sich an Betonpyramiden fest – so kompliziert, dass die Polizei trotz technischer Spezialausrüstung große Probleme hat, sie loszubekommen. Seelsorger und Rettungsfahrzeuge rücken an.
Strohsäcke und Wärmefolien liegen auf der Straße, dazwischen stehen vom böigen Herbstwind gebeutelte Zelte. Junge und alte Atomkraftgegner lagern auf einer Länge von rund 400 Metern direkt vor der Einfahrt zum Atommüll-Zwischenlager. Die Polizei zählt vor Beginn der Räumung am Nachmittag knapp 1000 Menschen bei der Sitzblockade.
Im ganzen Wendland herrscht schon seit Freitagabend, als der Atom-Zug aus Frankreich losrollte, Ausnahmezustand. Wasserwerfer sind postiert, Straßen abgeriegelt. Überall auf den Feldwegen patrouillieren Polizisten. Gerade auf der letzten 20 Kilometer langen Straßenetappe der hoch radioaktiven Fracht versuchen die Demonstranten, die Strecke zu blockieren.
Am frühen Abend ist die Zufahrt vor dem Zwischenlager dann frei, nachdem die Protestierer dort einzeln von der Straße weggetragen wurden. Die acht angeketteten Demonstranten blockieren die letzte Etappe aber immer noch. Die Polizei nimmt Trennschneider, Presslufthammer und Schweißgeräte zur Hilfe. „Wir lassen uns Zeit, damit niemand zu Schaden kommt“, sagt ein Sprecher.
Insgesamt gibt es in diesem Jahr mehr Protestaktionen als beim vorangegangenen Transport 2006, auch die Blockaden im Wendland sind massiver. Das liegt nicht zuletzt daran, dass immer noch unklar ist, wie es mit Gorleben als möglichem Standort für ein bundesweites atomares Endlager weiter geht.
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