GORLEBEN - In der Region rund um das Atommüll-Zwischenlager Gorleben haben Wissenschaftler statistische Belege für einen Geburtenschwund bei Mädchen gefunden. So seien seit der Einlagerung der ersten Castor-Behälter mit hochradioaktiven Abfällen im Jahr 1995 fast 1000 Mädchen weniger zur Welt gekommen als in vergleichbaren Zeiträumen vorher, sagte Hagen Scherb, Mathematiker am Helmholtz-Zentrum München, am Freitag in Berlin.
Der Berliner Charité-Humangenetiker Karl Sperling vermutet, dass radioaktive Strahlung – auch unterhalb der Grenzwerte – das väterliche X-Chromosom schädigen kann. Weibliche Embryonen, die durch dieses Chromosom entstehen, könnten deshalb vermehrt absterben.
