GOSLAR - Goslar kommt nicht zur Ruhe. Vor vier Wochen wurde Goslars Oberbürgermeister (OB) Henning Binnewies von den Bürgern vorzeitig aus dem Amt gewählt. Jetzt wollen die Sozialdemokraten erneut ein Mitglied aus den eigenen Reihen aus dem Amt entfernt wissen: Die Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling soll gehen, weil sie – so die Kritik – sich weniger um die Belange von benachteiligten Frauen als um das Wohl angeblich benachteiligter Männer sorge.
Der Stadtrat werde an diesem Dienstag über einen Abberufungsantrag der Linken-Fraktion gegen Ebeling entscheiden, sagte eine Stadtsprecherin am Montag. Der Verwaltungsausschuss habe in der vergangenen Woche bereits mehrheitlich die Empfehlung gegeben, die 51-jährige Sozialpädagogin abzuberufen.
An Ebeling, die im Zweitjob einen Kindergarten leitet, entzweien sich die Geister in Goslar schon seit Monaten. Während die CDU nach Medienberichten mit der Arbeit der 51-Jährigen ganz zufrieden scheint, reiben sich Grüne, Linke, SPD und FDP daran, dass Ebeling sich weniger für Frauen und Kinder, als für Männer einsetzt. Kritiker werfen der Gleichstellungsbeauftragten zudem vor, sie sei beratungsresistent und könne nicht im Team arbeiten.
Es stimme, dass sie auch das Wohl von Männern im Blick habe, sagte Ebeling. Das gehöre sehr wohl zur Aufgabe einer Gleichstellungsbeauftragten. Ihre Kritiker ließen außer Acht, dass es in unserer Gesellschaft auch zahlreiche Benachteiligungen von Männern gebe.
