Hannover - „Es wird ein spannender Tag“, ist Grünen-Parteichef Stefan Körner ganz sicher. 188 Delegierte legen am Samstag in Hannover die Liste zur Bundestagswahl fest. Ein Rennen mit zahlreichen Konkurrenten. 23 Grüne wollen in den Bundestag – aber beim letzten Wahlgang 2013 gab es gerade sechs Plätze, die über die Landesliste in den Reichstag einziehen durften bei einem Wahlergebnis in Niedersachsen von 8,4 Prozent. Der Parteitag steht vor einer Reihe von Kampfkandidaturen. Selbst der Polit-Star der bislang letzten Wahlrunde, Ex-Umweltminister Jürgen Trittin, muss um seine Bewerbung für den Listenplatz zwei bangen.
Sicher ist nur der erste Platz – für eine Frau. Alle ungeraden Plätze sind reserviert für Frauen, für die geraden Ziffern dürfen Männer oder sonstige Bewerber an den Start gehen. Und noch eine Besonderheit: Jeder dritte Listenplatz muss von Kandidaten besetzt werden, die noch nicht im Bundestag waren. Frischlinge sozusagen. Im Prinzip. Auf Platz drei kandidiert Filiz Polat aus Osnabrück-Land. Die Landtagsabgeordnete verfügt schon über viel Parlamentserfahrung.
Spannung verspricht das Rennen um die Eins: Die Bundestagsabgeordneten Katja Keul (Nienburg) und Julia Verlinden (Lüneburg) treten gegeneinander an. Ausgang? Ungewiss. Jede hat zehn Minuten Zeit für die Überzeugungsrede. Die Unterlegene darf sich aber auf Plätze weiter unten erneut bewerben.
Kämpfen muss auch der Westersteder Peter Meiwald aus dem Ammerland. Der Bundestagsabgeordnete liebäugelt mit Platz acht. Möglich, dass der Vorsitzende der Grünen Jugend, Marcel Duda (Hildesheim), ebenfalls antritt, sollte er die Abstimmung um Platz Sechs verlieren.
Weniger im Rampenlicht stehen weitere Kandidaturen aus dem Nordwesten mit Alexander von Fintel (Wilhelmshaven), Christina-Johanne Schröder (Wesermarsch), Günther Westermann (Osnabrück) und Garrelt Agena aus Aurich-Norden (Ostfriesland).
Trotz vieler Kampfabstimmungen setzt Co-Parteichefin Meta Janssen-Kucz auf „ein geschlossenes Team“ zur Bundestagswahl. „Wir alle werden kämpfen“, verspricht die Ostfriesin. Oberstes Ziel sei die Ablösung der Großen Koalition. Mehr Ratschläge mag die Niedersächsin der Bundespartei aber nicht geben. Rot/Rot/Grün mit Trittin wieder als Bundesminister? „Alles Spekulation“, wehrt Janssen-Kucz ab.
