Hannover - Trotz des Strebens nach mehr Familienfreundlichkeit verlangen die Kommunen in Niedersachsen für den Kindergartenbesuch sehr unterschiedliche Gebühren. Der Forderung des Niedersächsischen Städtetags nach kostenlosen Kindergärten kommen Braunschweig und Salzgitter nach, woanders sind teils über 300 Euro pro Monat für einen Platz fällig, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. In Hildesheim wird derzeit kontrovers über den Wunsch des neuen Oberbürgermeisters diskutiert, die Gebühren zu senken – die Frage ist, ob die Stadtfinanzen den Schritt erlauben. „Alleine in der Region Hannover schwanken die Gebühren zwischen rund 320 Euro in Neustadt am Rübenberge und 21 Euro für sozialschwache Eltern in der Landeshauptstadt“, sagt Diakonie-Referentin Regina Struwe.

Mit 45 unterschiedlichen Beitragssatzungen hantierten die Kommunen, Sozialstaffelungen zugunsten einkommensschwacher Eltern gibt es vielerorts. Dennoch: Je nachdem, wo man wohnt, belastet der Kindergartenbesuch das Familienbudget unterschiedlich stark. Auch für Geschwisterkinder gibt es höchst unterschiedliche Ermäßigungen. Angesichts hoher Gewerbesteuereinnahmen und Haushaltsüberschüssen schaffte Braunschweig die Kita-Gebühren zum August 2011 ganz ab. Er habe sich seitdem immer wieder vorhalten lassen müssen, dass es Braunschweig offensichtlich „sehr gut gehe“, sagte Oberbürgermeister Gert Hoffmann (CDU).

Wenn das Land eine dritte Erzieherin pro Kindergartengruppe einführt, würde das für Braunschweig alleine in den Ganztagsgruppen Mehrkosten von 8,5 Millionen Euro jährlich bedeuten.