HANNOVER - Erst seit 100 Tagen ist Niedersachsens Umweltminister Stefan Birkner (FDP) im Amt, doch sein Arbeitsnachweis fällt bereits recht üppig aus. Atommüllendlagerung, Netzausbau, Elbvertiefung – Birkner muss an vielen Fronten kämpfen. Grüne und Linke im Landtag sehen aber keine Fortschritte gegenüber Vorgänger Hans-Heinrich Sander (FDP). Sie bezeichnen Birkner als „Konkursverwalter“.

Der Umweltminister macht vor allem beim Thema Atommüll Dampf. Der 39-jährige Jurist hält einen Kompromiss in der Endlagerfrage für möglich. Er will Gorleben weiter auf eine mögliche Eignung untersuchen lassen.

„Bei der nächsten Runde muss es zu einem Ergebnis kommen“, formuliert der FDP-Landeschef seine Erwartungen an die Spitzengespräche von Bund und Ländern. Gorleben dürfe nicht aus politischen Gründen ausscheiden. Laut Birkner sind das Vorgehen bei der Endlagersuche und die geplante Öffentlichkeitsbeteiligung geklärt. Offen seien dagegen der Kriterienkatalog, die Gorleben-Frage und die Organisation von Genehmigung, Aufsicht und Betrieb eines Endlagers für hoch radioaktiven Müll.

Im Streit um die Räumung des Atommülllagers Asse forderte der FDP-Politiker einen Beginn der Probebohrungen und kritisierte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). Dieser müsse dafür sorgen, dass die Dinge zügiger vorangingen. „Das dauert alles viel zu lange.“

Beim Netzausbau rechnet Birkner mit einer baldigen Lösung für den Bau der Stromtrasse zwischen Ganderkesee und St. Hülfe. „Das muss bis zum Sommer vom Tisch sein.“ Der Minister sprach sich für eine staatlich gesteuerte Netzgesellschaft aus.