HANNOVER - Abriss statt Umbau: Das alte Plenargebäude des niedersächsischen Landtags soll einem Neubau weichen. Landtagspräsident Hermann Dinkla (CDU) stellte am Sonnabend in Hannover die Pläne des Architekten Eun Young Yi aus Köln als Sieger des Wettbewerbs vor. Eine Art Glastempel in Pavillonstruktur soll das marode denkmalgeschützte Gebäude des Nachkriegs-Architekten Dieter Oesterlen ersetzen. Es gebe nur die Lösung mit einem Neubau, ist sich die Jury einig. Sie hatte 16 Entwürfe bewertet, die in die Endauswahl kamen. Rund 45 Millionen Euro soll das Bauprojekt kosten. Die Arbeiten sollen im Spätherbst beginnen.
Der Neubau soll als eine Säulenhalle mit zentralem Mittelpunkt gestaltet werden. „Ich hatte das Ziel, einen Tempel mit modernen Baumaterialien umzusetzen“, erklärte Preisträger Yi sein Konzept. Er habe räumliche und architektonische Gegebenheiten aufgegriffen und in die Moderne übertragen. Das neue Gebäude solle ein Symbol für Transparenz und Freiheit sein. „Der Plenarsaal besteht aus Glasbausteinen mit Oberlicht. Besuchergalerien sind ringförmig eingebaut.“ Im Erdgeschoss werde es einen Restaurantbereich zum Ufer der Leine hin geben.
Kritik kam von den Grünen im Landtag. Es sei eine „funktional weit von den Wettbewerbszielen entfernte Architektur-Skulptur auf das Siegerpodest gehoben worden“, teilte das grüne Jury-Mitglied Enno Hagenah mit.
