Hannover - Die NWZ-Aktion „Der direkte Draht“ wird von unseren Lesern intensiv genutzt. In dieser Folge stand die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) Rede und Antwort. Die 54-Jährige ermuntert dazu, Kontakt zu ihrem Haus aufzunehmen.

Jens Möhlenpage, Gemeinde Großenkneten: Warum benötige ich als Landwirt eine Genehmigung, wenn ich eine Dauergrünlandfläche umpflügen und neu mit Gras ansäen will?

Diese Frage kann ich gut verstehen, auch wir haben zu Hause einen Grünland-Betrieb. Dies ist eine deutschlandweite Regelung, die auch mit den Zahlungen aus der EU zu tun hat. Wir haben in diesem Jahr aus dieser Regelung ein vereinfachtes Verfahren gemacht, weil wir nach diesem Dürrejahr in Niedersachsen festgestellt haben, dass viele ihr Grünland erneuern mussten, weil es vertrocknet war. Das können wir leider nicht immer machen, weil die Regelung, wie gesagt, in ganz Deutschland gilt. Für 2018 gilt aber die Ausnahmeregelung.

Hans Sperveslage, Bad Zwischenahn: Wann wird es Alternativverfahren zum Töten von männlichen Küken geben und wann ist mit einem Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat auf landwirtschaftlichen Nutzflächen zu rechnen?

Beim Töten männlicher Küken haben wir ja die Frist 1. Januar 2019, zu der wir eigentlich in Niedersachsen den Ausstieg angestrebt hatten. Aktuell können wir das Ende nicht ganz versprechen. Es gibt verschiedene Alternativmethoden, die sich aber noch in der Erprobung befinden. Wir überlegen auch, kleinere Brütereien mit Landesmitteln zu unterstützen. Das Töten männlicher Küken muss ein Ende haben, aber wir brauchen noch etwas Zeit, damit die Alternativverfahren auch die nötige Praxisreife haben.

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Was die Frage nach dem Glyphosat angeht, so bin ich davon überzeugt, dass es verboten werden wird. Jeder Landwirt ist in der Pflicht, nach Alternativen zu suchen. Dafür müssen sie die Zeit des Übergangs nutzen. Auf öffentlichen Flächen ist es in Niedersachsen verboten. Nur mit einer Ausnahmegenehmigung, zum Beispiel für den Bahnschienenbereich, ist der Einsatz von Glyphosat überhaupt noch möglich.

Helmut Wilbers aus Schortens: Was passiert mit dem völlig verwaisten, denkmalgeschützten Ensemble bei der Försterei Upjever (Stadt Schortens), das den Niedersächsischen Landesforsten gehört?

Derzeit wird geprüft, ob es Fördermöglichkeiten gibt: Die Landesforsten haben beim Landkreis angeregt, Fördermöglichkeiten für das von ihnen gewünschte Kompetenzzentrum zum Beispiel durch die N-Bank auszuloten. Wenn es finanziell machbar ist, sollte dieses wunderschöne Ensemble erhalten werden.

Johann Schumacher, Ostfriesland: Der Waldbesitzer wird für Extremniederschläge im Sommer mit zusätzlich mehreren Hundert Euro belastet. Unter anderen Landesregierungen konnten Waldbesitzer Anträge auf Erstattung der Gelder stellen. Was wollen Sie landesweit unternehmen

Das ist eine kluge Frage, der wir bei uns im Haus schon seit längerer Zeit nachgehen. Eine Antwort kann ich dem Leser zurzeit allerdings noch nicht geben. Wir sind mit den Wasser- und Bodenverbänden dazu im Gespräch, um für die Waldbesitzer eine Entlastung auf den Weg zu bringen.