HANNOVER - Das geplante Verbot für neue Babyklappen und damit verbundene anonyme Geburten stößt auf ein geteiltes Echo. Während die Caritas die Pläne aus dem Bundesfamilienministerium begrüßt, verteidigen Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) und die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, die Babykörbchen, in denen Mütter ihre Neugeborenen anonym ablegen können. Sie „können Leben retten“, sagte Özkan der „Neuen Presse“ . Dies hätten Erfahrungen in Niedersachsen gezeigt, ergänzte die Politikerin. „Jedes einzelne kleine Menschenleben rechtfertigt dieses Angebot als Ultima Ratio“, so Ministerin Özkan.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will einem Zeitungsbericht zufolge neue Babyklappen verhindern. Bund und Länder sollen über eine Stichtagsregelung verhandeln. Bestehende Babyklappen sollen unter bestimmten Bedingungen weiter geduldet werden. Bereits länger plant Schröder, die anonyme Geburt durch eine „vertrauliche Geburt“ zu ersetzen, bei der die Mutter ihre Identität preisgeben muss. Die persönlichen Daten sollen vertraulich behandelt, dem Kind aber nach einer bestimmten Frist zur Verfügung gestellt werden.

Käßmann sagte, es sei aussichtslos, verzweifelte Mütter zur Offenlegung ihrer Identität zwingen zu wollen. „Es gibt nun einmal Extremsituationen, die sich jemand in gesicherter Lebenslage kaum vorstellen kann“, argumentierte die frühere hannoversche Landesbischöfin, die in der niedersächsischen Landeshauptstadt ein Babykörbchen initiiert hatte.