HANNOVER - Zur Klärung der rätselhaften Leukämie-Fälle in der Elbmarsch wollen die niedersächsischen Grünen die Entsorgung radioaktiven Materials aus der Atomforschung überprüfen. Die Fraktion habe die im schleswig-holsteinischen Geesthacht ansässige Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schifffahrt (GKSS) um Einblick in ihr Archiv gebeten, sagte der atompolitische Sprecher, Andreas Meihsies, am Donnerstag in Hannover. Er verspreche sich davon neue Erkenntnisse über dort durchgeführte Experimente.

Von 1990 bis 2006 waren in der Umgebung des Atomkraftwerks Krümmel und des Forschungs-Kernreaktors in Geesthacht südlich von Hamburg 16 Blutkrebs-Erkrankungen bei Kindern unter 15 Jahren gemeldet worden. Auch in der niedersächsischen Samtgemeinde Elbmarsch (Kreis Harburg) waren mehrere Fälle aufgetreten. Der Raum Geesthacht weist damit eine der weltweit größten Häufungen auf.

Wissenschaftler wollen klären, ob es einen Zusammenhang zwischen den Leukämie-Erkrankungen und den nahe gelegenen Atomanlagen gibt. Die Bürgerinitiative gegen Leukämie in der Elbmarsch vermutet einen vertuschten Atomunfall in den Kernkraftwerken als Ursache für die hohe Zahl der Erkrankungen.