HANNOVER - HANNOVER/DPA - Ein Störfall wie im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark ist aus Sicht von Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) in Niedersachsen ausgeschlossen. In den Atomkraftwerken Emsland, Grohnde, Unterweser und der stillgelegten Anlage Stade würden Steuerungssystem und Instrumente im Falle eines Stromausfalls über Batterien versorgt, sagte Sander am Dienstag in Hannover. Die Grünen im Landtag warfen Sander vor, er gebe ohne genaue Kenntnis der Vorgänge in Schweden schon Entwarnung für Niedersachsen.
Die Atomaufsicht der Bundesländer sieht für die 17 deutschen Reaktoren ebenfalls keine Gefahren. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte nach dem Störfall in Schweden diese Sicherheitsüberprüfung gefordert und für den Fall gravierender Sicherheitslücken das vorläufige Abschalten einzelner Atommeiler verlangt. In Forsmark waren zwei Notstromdiesel gar nicht und zwei verspätet angesprungen. Vier von zehn Atomkraftwerken in Schweden wurden daraufhin abgeschaltet.
Sander sagte, das bessere Sicherheitskonzept in Niedersachsen schließe einen ähnlichen Vorfall aus. Zugleich kritisierte er, dass „erste einigermaßen belastbare Informationen“ durch das Bundesumweltministerium erst am Montag eingegangen seien, obwohl Informationen bereits eine Woche zuvor vorgelegen hätten. „Wir erwarten, dass der Informationsfluss künftig verbessert wird“, schrieb Sander in einem Brief an Gabriel.
Andreas Meihsies, atompolitischer Sprecher der Grünen, sprach von einem „skandalösen Schnellschuss“. Man dürfe den Betreibern der vom Netz genommenen schwedischen Atomkraftwerke, Vattenfall und E.ON, keinen „öffentlichen Persilschein“ ausstellen. Stattdessen müsse die Zuverlässigkeit der auch in Niedersachsen ansässigen Firmen geprüft werden.
