HANNOVER - Der Testbetrieb auf der Transrapid-Strecke im emsländischen Lathen wird frühestens im Sommer wieder aufgenommen. Die Genehmigung der Betriebsvorschriften, zu denen es bislang lediglich einen Entwurf des Betreibers gebe, stehe noch aus, sagte Verkehrsminister Walter Hirche (FDP) am Donnerstag im Landtag. Derzeit sei es unmöglich, einen konkreten Termin zu nennen.
Auch nach dem Aus für die Transrapid-Strecke in München gehe die Landesregierung davon aus, dass die Teststrecke im Emsland weiter benötigt werde. Die Kenntnisse über die Magnetschwebebahn-Technologie müssten weiterentwickelt werden, um den Transrapid exportieren zu können. Dies ist in Deutschland nur auf der Versuchsanlage Emsland möglich, sagte Hirche. Zugleich bekannte Hirche, er sehe aktuell kaum Chancen für einen Praxis-Betrieb des Transrapids in Deutschland. Hirche: Ich sehe die Anwendungsstrecke im Ausland früher als in Deutschland. Die Chancen für den Bau des Eurorapid von Amsterdam über Oldenburg nach Hamburg beurteilte der Minister skeptisch. Er könne daran scheitern, dass die Niederländer inzwischen lieber auf eine traditionelle Hochgeschwindigkeits-Variante setzten.
Seit dem schweren Unfall auf der Teststrecke am 22. September 2006 ist der Betrieb unterbrochen. 23 Menschen kamen ums Leben, als ein Transrapid auf einen Werkstattwagen prallte.
