HANNOVER/BERLIN - Niedersachsen verliert 1200 militärische Arbeitsplätze. Die CDU verlangt mehr Klarheit für betroffene Familien.
Von Stefan Idel
HANNOVER/BERLIN - Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) drückt bei der Verkleinerung der Bundeswehr aufs Tempo. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Standorte aufgelöst werden, wie aus einer Liste hervorgeht, die gestern in Berlin veröffentlicht wurde. Betroffen ist unter anderem die Flugabwehr-Raketengruppe 25 in Ahlhorn (Landkreis Oldenburg). Die Mehrzahl der frei werdenden Liegenschaften, darunter der Flugplatz Ahlhorn, sollen von der bundeseigenen Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb mbH (Gebb) vermarktet werden.Insgesamt verliert Niedersachsen bis zum Jahr 2010 rund 1200 der vorhandenen 56 100 militärischen Arbeitsplätze. Vor allem der Nordwesten wird über Gebühr belastet. Einige Beispiele:
• Bis zum Jahr 2007 wird der Standort Varel (Kreis Friesland) aufgegeben, weil das Fallschirmjäger-Bataillon 313 nach Seedorf (Kreis Rotenburg/Wümme) verlegt wird.
• Die Wittekind-Kaserne in Wildeshausen (Kreis Oldenburg) schließt bis Ende 2007. Das Luftlandeunterstützungs-Bataillon 272 wird nach Oldenburg und Seedorf verlegt.
• Im Jahr 2007 wird in Oldenburg auch die Donnerschwee-Kaserne und der Flugplatz frei. Hintergrund sind die Verlegung der Luftlande-Brigade 31 sowie die Auflösung der Flugabwehr-Raketengruppe 24.
• Das Bundeswehr-Krankenhaus in Bad Zwischenahn (Kreis Ammerland) wird im Laufe des Jahres 2008 aufgegeben. Der Vertrag über ist die geplante Kooperation mit der Ammerland-Klinik in Westerstede ist allerdings noch nicht unterzeichnet.
Insgesamt will Struck 20 Standorte in Niedersachsen auflösen. Die meisten Dienstposten (etwa 8100) wird es weiterhin bei der Marine in Wilhelmshaven geben.
Der CDU-Verteidigungsexperte Thomas Kossendey kritisierte gegenüber dieser Zeitung, dass das Ministerium zwar das Jahr der Standort-Aufgabe mitgeteilt habe, nicht aber den Beginn des Umbaus. „Die Soldaten, die mit ihren Familien umziehen müssen, brauchen endlich Planungssicherheit“, forderte Kossendey.
Am kommenden Montag will Minister Struck seine Pläne in Bonn den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen erläutert. Kossendey regte an, in Einzelfällen Bundeswehr-Liegenschaften unterhalb des üblichen Verkehrswertes an die Städte und Gemeinden abzugeben. Damit würden die Chancen wachsen, die Immobilien besser zu vermarkten.
Das Stationierungskonzept unter www.bundeswehr.de
