HANNOVER - Angehende Lehrer in Niedersachsen sollen künftig ihre Eignung für den Beruf in Praxistests während des Studiums nachweisen. Das hat der Landtag am Donnerstag mit den Stimmen von CDU und FDP beschlossen.
Der von den Regierungsfraktionen gemeinsam eingebrachte Antrag zur veränderten Lehrerausbildung sieht vor, künftig entsprechende Pflichtpraktika in die Lehramtsstudiengänge zu integrieren. Die Studenten würden so frühzeitig einen „realistischen Einblick“ in den Beruf erhalten, sagte der CDU-Wissenschaftsexperte Jens Nacke.
Zudem wird in einem Modellversuch der Bachelorstudiengang „Elementar- und Primärpädagogik“ eingerichtet. Dabei soll erprobt werden, ob eine Verzahnung der Ausbildung von Erziehern und Grundschullehrern die frühkindliche Bildung verbessert.
Kritik an den Beschlüssen kam von der Opposition und dem Verband Bildung und Erziehung (VBE). Die Erziehungsaufträge für Grundschullehrer und Erzieherinnen sei zu unterschiedlich, erklärte die VBE-Landeschefin Gitta Franke-Zöllmer.
Die wissenschaftspolitische Sprecherin der Landtagsgrünen, Gabriele Heinen-Kljajic, bemängelte fehlende konkrete Maßnahmen, um einem Lehrermangel vorzubeugen. Die Landtagsgrünen hatten gefordert, künftig etwa auch Pädagogen an die Schulen zu lassen, die nur ein Fach unterrichten. Der Beschluss sieht lediglich die Prüfung dessen vor.
