HANNOVER - Im Streit um Lehrerüberstunden lässt die Landtags-Opposition nicht locker. SPD und Linkspartei forderten am Donnerstag den Rücktritt von Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU). Die Grünen wollen von der CDU/FDP-Landesregierung wissen, wie viele Lehrer durch den Entfall der bisherigen Mehrarbeitsstunden und einen möglichen Überstundenabbau im kommenden Schuljahr fehlen könnten. Nach Berechnungen der Opposition sind es bis zu 1500 Stellen.

Der Umgang der Ministerin mit den 80 000 Pädagogen des Landes sei „ungeheuerlich“, sagte SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner. Heister-Neumann habe ihren „Vertrauensvorschuss“ aufgebraucht. „Ich glaube, dass Frau Heister-Neumann nicht mehr auf die Füße kommt in diesem Ressort. Der Ministerpräsident ist gut beraten, sie demnächst wieder irgendwie neu zu entwickeln.“

Die Bildungsexpertin der Linkspartei, Christa Reichwaldt, forderte die Ministerin auf, „über ihren Rücktritt nachzudenken“. Die Ministerin treffe „eine Fehlentscheidung nach der anderen“, hieß es bei den Grünen. „Sie ist dabei, die Bildungspolitik gegen die Wand zu fahren.“ CDU-Fraktionsvize Karl-Heinz Klare gab der SPD die Schuld für die Misere. Das Modell sei zu ihrer Regierungszeit eingeführt worden.

Lehrerverbände und Gewerkschaften hatten heftig gegen Heister-Neumanns Pläne protestiert. Danach dürfen Lehrer die in den letzten Jahren angesammelten Überstunden nicht wie geplant ab dem kommenden Schuljahr abbummeln. Die Mehrarbeit soll künftig erst im letzten Schulhalbjahr vor dem Ruhestand ausgeglichen werden.