HANNOVER - Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring hat mit einer Äußerung zum Abbau von Lehrerstellen Irritationen und Protest ausgelöst. Der CDU-Politiker wertete in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ den Stellenabbau als langfristig unverzichtbar. Dagegen hatte das Kultusministerium bislang immer erklärt, dass die Stellen erhalten bleiben, um die zusätzlichen Herausforderungen an Schulen zu meistern. Die FDP, Koalitionspartner in Niedersachsen, bezeichnete eine Kürzung der Lehrerstellen als „nicht verhandelbar“.
„Wenn weniger Kinder da sind, braucht man dafür auch weniger Lehrer“, sagte Möllring. Aber: „Das wird nicht morgen passieren, auch nicht übermorgen, aber in absehbarer Zeit.“ Die FDP betonte dagegen, dass die Ressourcen im Bildungssystem erhalten werden müssten. „Das ist für die FDP auch in der kommenden Legislaturperiode nicht verhandelbar“, sagte ein Fraktionssprecher.
Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) bemühte sich, die Wogen zu glätten. „Es ist davon auszugehen, dass sich die Äußerungen von Herrn Minister Möllring auf langfristige Entwicklungen beziehen“, sagte er. Immerhin halbierten sich deutschlandweit die Schülerzahlen bis 2050. Die Planungen der Landesregierung umfassten dagegen nur einen Zeitraum bis 2020. Mittelfristig sieht Althusmann keine Veranlassung für einen Stellenabbau.
Scharfen Protest lösten Möllrings Überlegungen beim Verband Niedersächsischer Lehrkräfte aus. Auch bei einem Rückgang der Schülerzahlen würden dringend neue Lehrkräfte benötigt, um die Aufgaben der Zukunft wie Umsetzung der Inklusion und den Ausbau zu echten Ganztagsschulen zu meistern, sagte Landesvorsitzender Manfred Busch. Minister Althusmann müsse Kürzungen im Kultusetat und insbesondere einen Abbau von Lehrerstellen verhindern.
