HANNOVER - Sechs Wochen vor der Landtagswahl in Niedersachsen haben Koalition und Opposition im Landtag erneut über das richtige Schulsystem gestritten. SPD und Grüne sprachen sich dafür aus, Schüler länger in einer gemeinsamen Schulform zu unterrichten. Die Schulpolitik der Landesregierung sei gescheitert.
Die soziale Auslese und die Benachteiligung von Kindern aus armen Familien seien verschärft worden. Dagegen sagte Kultusminister Bernd Busemann (CDU) bei der Haushaltsdebatte am Donnerstag in Hannover, das Schulwesen in Niedersachsen sei gut aufgestellt. Eine „Einheitsschule“ lehnte er erneut ab.
Die SPD-Landtagsabgeordnete Ingrid Eckel kritisierte, ein Problem des bisherigen gegliederten Schulsystems – mit Gymnasium, Real- und Hauptschule – sei vor allem, dass die soziale Herkunft über die Bildungslaufbahn entscheide. Die Schüler würden zudem nicht individuell gefördert.
Dies solle mit einer „gemeinsamen Schule“ geändert werden. Die Grünen-Abgeordnete Ina Korter sprach von einer „mageren Bilanz“ Busemanns. Dessen beide großen Versprechen seien „grandios gescheitert“ – eine Unterrichtsgarantie sowie die Modernisierung des Bildungssystems.
Dagegen sagte Busemann, der Bildungsetat sei im Vergleich zur SPD-Vorgängerregierung deutlich gestiegen. Er warf der Opposition „Miesmacherei“ vor. Mit einem Systemwechsel werde nichts erreicht.
Mit derzeit rund 84 000 Lehrern in Niedersachsen gebe es so viele Lehrer wie nie zuvor. Auch die Zahl der Referendare sei auf einem Rekordstand. Der CDU-Abgeordnete Karl-Heinz Klare sagte, die CDU/FDP-Koalition habe den „schulpolitischen Scherbenhaufen“ der SPD beseitigt. Die zentrale Aufgabe sei es, die Qualität der schulischen Arbeit weiter zu verbessern.
