HANNOVER - Tausende Polizisten und Atomgegner werden sich am letzten Novemberwochenende wieder im Wendland gegenüberstehen. Beide Seiten rüsten sich für den letzten Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage in La Hague. Die elf Castor-Behälter sollen am 24. November auf die Reise gehen. Zwei Tage später werden sie im Wendland erwartet. Die Polizei will streng gegen Gewalttäter vorgehen. Die Castor-Gegner kündigten harten Widerstand an.
Beim „Schottern“ von Bahngleisen, bei Sabotage oder bei Sitz- und Traktorblockaden will die Polizei diesmal konsequent durchgreifen. „Wir werden in diesem Jahr etwas schroffer reagieren“, sagte der Lüneburger Polizeipräsident Friedrich Niehörster am Mittwoch in Hannover. Die Polizei rechnet mit rund 300 gewaltbereiten Extremisten. Die meisten Demonstranten seien friedlich. „Aber irgendwo ganz hinten haben wir eine Spinne im Netz, die etwas völlig anderes will.“ Rund 19 000 Polizisten sollen den Atommüll-Transport auf dem Weg ins Zwischenlager sichern. Der Einsatzleiter der Bundespolizei, Thomas Osterroth, warnte vor gefährlichen Aktionen an schnell befahrenen Fernstrecken der Bahn.
Nach Angaben der Castor-Gegner sind für die Großkundgebung am 26. November in Dannenberg bereits über 170 Busse gechartert. In der Region um Gorleben werde es „breiten Widerstand aller Altersgruppen und sozialen Schichten geben“, sagte die Vorsitzende der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg, Kerstin Rudek. Sie erteilte Gewalt gegen Personen eine Absage. Carsten Niemann von der Bäuerlichen Notgemeinschaft forderte die eingesetzten Polizisten auf, ihren Dienst in Gorleben zu verweigern. Sie müssten „latentes Unrecht“ schützen.
