HANNOVER/CELLE - Die fast blinde Frau eines Aussiedlers, die zunächst wegen mangelnder Deutschkenntnisse ausgewiesen werden sollte, darf nun doch bei ihrer Familie in Niedersachsen bleiben. Das Bundesinnenministerium erteilte der 48-jährigen Russin am Donnerstag ausnahmsweise eine Aufenthaltsgenehmigung, um politische Verwicklungen zu vermeiden, teilte das Innenministerium in Hannover mit. Die Frau hatte in der Deutschen Botschaft in Russland zunächst kein Visum erhalten, weil sie kein Deutsch konnte. Für Sehbehinderte gebe es kein entsprechendes Lernmaterial in Russland, hatte der Anwalt der Frau aus Ovelgönne (Kreis Celle) protestiert.

Nachdem ihr der Familiennachzug verweigert worden war, war die 48-Jährige mit einem Touristenvisum für Polen nach Niedersachsen gekommen. Auch hier erhielt sie zunächst keine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis – bis sich das Bundesinnenministerium einschaltete.