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Diebstahl In Celle Polizei Niedersachsen vermisst eine weitere Pistole

Klaus Wieschemeyer  Büro Hannover

Hannover - Niedersachsens Innenministerium hat das Verschwinden einer Polizeipistole eingeräumt. Beim Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) ist in diesem Jahr eine Pistole mit zwei Magazinen und 34 Schuss Einsatzmunition gestohlen worden, teilte das Ministerium auf Anfrage der FDP-Fraktion im Landtag mit. Genauere Angaben zu dem Fall machte die Behörde nicht. Wahrscheinlich handelt es sich um einen abgeordneten Personenschützer für einen Altbundespräsidenten (wahrscheinlich Christian Wulff), der die Waffe Anfang Mai in einem Berliner Hotel verloren haben soll. Über den Vorfall hatten Berliner Medien berichtet, in Niedersachsen blieb der Vorfall bis jetzt weithin unbekannt. Einem Bericht des „Tagesspiegel“ zufolge handelt es sich um eine „Glock 17“.

Erst Anfang August hatte das Innenministerium eingeräumt, dass die Polizei in Celle seit Monaten eine Maschinenpistole samt 60 Schuss Munition vermisst. Zuvor war bekannt geworden, dass einem LKA-Beamten brisante Unterlagen zu V-Leuten, Geld und Gegenstände für verdeckte Einsätze gestohlen wurden.

Weitere Waffenverluste

Die am Freitag bekannt gewordene Aufzählung des Innenministeriums zählt weitere Waffenverluste auf: 2015 ging demnach der Polizei Hannover eine Heckler & Koch P2000 verloren, im Jahr darauf eine weitere im Kreis Hameln/Pyrmont. Ebenfalls 2016 meldete die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta den Verlust des gleichen Modells, die Waffe wurde aber wiedergefunden. Anders als in Aurich/Wittmund, wo seit 2016 ein Reservemagazin mit 13 Schuss Munition fehlt.

Doch nicht Waffen, sondern andere Gegenstände kommen in großer Zahl abhanden: Im Bereich der Polizeidirektion Braunschweig verschwanden der Statistik zufolge von 2013 bis 2018 zwölf Mobiltelefone, die Polizeiakademie meldet für diesen Zeitraum 48 verschwundene Pfefferspraydosen.

Auch die Polizeidirektionen Osnabrück und Oldenburg melden den Verlust von Pfefferspray – außerdem das Fehlen einzelner Schlagstöcke, Tablets, Schutzwesten und Digitalkameras. Im Bereich der Polizeidirektion Oldenburg verschwanden von 2016 bis 2018 vier Geräte. Bei der Polizeidirektion Lüneburg waren es von 2014 bis 2018 sogar elf. In der zentralen Kriminalinspektion Lüneburg fiel Dieben 2016 sogar fast eine gesamte Ausrüstung in die Hände: Schutzweste, Stichschutz, Koppeln, Handfesseln, Pistolenholster, Magazintaschen und Schlagstock kamen auf einmal weg.

Auch der Verfassungsschutz hat Schwund zu beklagen: Neben fünf Handys und drei Minikopfhörern für die Überwachung fehlen ein Camcorder, eine Videokamera und ein Notebook. Ob die gestohlen wurden, ist aber unklar. Möglicherweise wurden die Geräte wegen ihres Alters auch einfach verschrottet.

Daten in falschen Händen

Die FDP-Fraktion beklagte die Verluste: „Ich bin überrascht und auch erschrocken, wie viele sicherheitsrelevante Gegenstände in den letzten Jahren verschwunden sind“, sagte der Landtagsabgeordnete Marco Genthe. Die große Anzahl lege eine Überprüfung und gegebenenfalls auch Überarbeitung der Systeme in den einzelnen Behörden nahe, um diese Fälle künftig möglichst gering zu halten. Bei den zahlreichen verschwundenen Geräten mit Datenträgern stelle sich die Frage, was dort gespeichert war und ob diese Daten in den falschen Händen ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten. Dass 2019 schon zwei scharfe Waffen samt Munition fehlen, sei „mehr als besorgniserregend“.

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