Hannover - Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Dr. Martina Wenker kandidiert für das Amt der Präsidentin der Bundesärztekammer (BÄK). Das erfuhr unsere Redaktion aus Kreisen der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN). Demnach soll die Kandidatur an diesem Mittwoch um 10 Uhr offiziell bekannt gegeben werden. Die 60-jährige Fachärztin für Innere Medizin, Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie und Umweltmedizin ist als Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen und als Vizepräsidentin der Bundesärztekammer bereits seit Jahren in der ärztlichen Berufspolitik aktiv.
Beim Deutschen Ärztetag in Münster soll am 30. Mai eine Nachfolge für den scheidenden Präsidenten der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, gewählt werden. Bislang gibt es drei Bewerber: Gerald Quitterer von der Bayerischen Landesärztekammer, der Berliner Ärztekammerpräsident Günther Jonitz und der Vorstandschef des Hartmannbundes Klaus Reinhardt. Wenker ist die erste Kandidatin und wäre die erste Frau an der Spitze der Bundesärztekammer.
„Martina Wenker besitzt eine hohe Vermittlungskompetenz, wodurch sie auch unterschiedliche Gruppen- oder Verbandsinteressen zusammenführen kann“, erklärt ÄKN-Vorstandsmitglied Dr. Gisbert Voigt aus Melle (Kreis Osnabrück). Die langjährig in Hildesheim tätige Oberärztin Wenker ist seit Juni 1997 Mitglied im Marburger Bund.
Das Amt der Bundesärztekammerpräsidentin sieht Wenker nach eigenen Angaben als Chance, auch auf Bundesebene für die Sicherstellung der hohen Qualität ärztlicher Behandlung zu streiten. Sie wolle die Versorgung von Schmerzpatienten verbessern und die palliativmedizinische Versorgung stärken. Wegen des digitalen Fortschritts in der Medizin sei die BÄK besonders gefordert, ihrer Rolle als unbestrittene ethische Institution der verfassten Ärzteschaft gerecht zu werden.
