HANNOVER - HANNOVER/SE - Die Landesregierung hat im vergangenen Jahr fast neun Millionen Euro für Gutachten und Beraterhonorare ausgegeben. SPD und Grüne kritisierten das am Donnerstag scharf. Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel warf der CDU/FDP-Koalition zudem vor, sich bei heiklen Themen wie dem Verkauf der Landeskrankenhäuser oder dem Transrapid-Unglück vor der Verantwortung zu drücken. „Die Verantwortung wird privatisiert“, sagte Wenzel in Hannover.
Aus einer Aufstellung des Finanzministeriums für den Landtag geht hervor, dass alleine die Beratung bei der Privatisierung der Landesklinik 3,9 Millionen Euro verschlungen hat. Laut Wenzel wurden zahlreiche Gutachten ohne Ausschreibung vergeben. Er warf Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) vor, seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Wulff hatte wiederholt die zahlreichen Gutachten der SPD-Vorgängerregierungen kritisiert. SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner attestierte CDU und FDP „Scheinheiligkeit“. Koalitions-Politiker verteidigten dagegen die Beratungsleistungen und bezeichneten die Grünen-Angriffe als naiv.
