HANNOVER - HANNOVER/DPA - Für den Ausbau der Kinderbetreuung sollen die Kommunen in Niedersachsen von 2007 an Fördermittel in Millionenhöhe erhalten. Die Landesregierung wolle bis 2010 100 Millionen Euro bereitstellen, kündigte Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) am Dienstag an. Er sieht großen Nachholbedarf bei der Betreuung von Kindern bis zu drei Jahren.

Die 25 Millionen Euro jährlich sollen unter anderem für die Einrichtung von Familienservicebüros in einzelnen Regionen genutzt werden. Damit könnten etwa Tagesmütter vermittelt werden. Außerdem müsse die Betreuung von Kindern in den Ferienzeiten ausgebaut werden.

Das Geld, das die Kommunen für Projekte zur besseren Kinderbetreuung erhalten können, wird je nach der Zahl der dort im Jahr 2005 geborenen Kinder berechnet. Das Förderprogramm werde zunächst mit den kommunalen Spitzenverbänden besprochen, sagte Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU).

Die SPD-Landtagsfraktion kritisierte: „Das von der Landesregierung vorgelegte Programm ist unausgegoren und beliebig.“ Servicebüros in den Kommunen ersetzten keine Betreuungsangebote. „Wir brauchen den Ausbau eines flächendeckenden Krippenangebotes, das durch Tagesmüttermodell ergänzt wird“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Ingrid Eckel. Die SPD hatte stets gefordert, ein Kindergartenjahr beitragsfrei zu gestalten. Dies hatte Wulff aber angesichts der Finanzprobleme des Landes abgelehnt.

Kultusminister Bernd Busemann (CDU) will das letzte Kindergartenjahr zu einem echten „Brückenjahr“ für die Grundschule weiter entwickeln. Dafür soll sein Ministerium bis 2010 jährlich fünf Millionen Euro erhalten. Rund 50 Beratungsteams sollen eingesetzt werden, um in den Kindertagesstätten vor Ort die Zusammenarbeit mit den Grundschulen zu verbessern. Außerdem sollen vor der Einschulung die Fähigkeiten der Kinder in den Kitas genauer ermittelt werden.

Das letzte

Kindergartenjahr

soll zu einem „Brückenjahr“ werden