Hannover - Die Ärztekammer Niedersachsen hat vor einem unkontrollierten Einsatz der kürzlich durch einen US-amerikanischen Forscher an Embryonen eingesetzten Gen-Schere gewarnt. „Unheilbare genetische Krankheiten bereits im embryonalen Stadium heilen zu können, ist ein großer Fortschritt für die Medizin“, sagte Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker am Donnerstag in Hannover. Dies dürfe jedoch nicht dazu führen, dass die Methode künftig auch für andere Manipulationen am menschlichen Erbgut genutzt werde.
Kürzlich wurde durch eine Fachzeitschrift bekannt, dass der Forscher Shoukhrat Mitalipov das Erbgut eines Embryos mit der Gen-Schere „CISPR“ gezielt verändert habe. Demnach soll der Biologe vom Zentrum für Zell- und Gentherapie in Portland im US-Bundessstaat Oregon in den Menschenembryonen sogenannte genetische Defekte repariert haben. Das Erbgut wurde dabei wie mit einem Skalpell mit einer biochemischen Methode verändert. Der Meller Kinderarzt Gisbert Voigt warnte ebenfalls vor einem „unreflektierten Einsatz“ der Gen-Schere.
