HANNOVER - Im Schatten der von vielen erwarteten Kabinettsumbildung ordnet die CDU-Landtagsfraktion ihre Spitze neu. Bei den Vorstandswahlen am kommenden Dienstag werden allerdings keine großen Überraschungen erwartet. Fraktionschef David McAllister ist unangefochten. Parlamentsgeschäftsführer Björn Thümler (Berne), erst seit zehn Monaten im Amt, hat sich bewährt. Thümler darf sich zwar künftig nicht mehr Vize-Fraktionschef nennen, weil die CDU einen Vize einsparen will. Er bleibt aber weiter für den Bereich Wirtschaft zuständig.

Der Nordwesten ist zudem bisher mit drei Arbeitskreischefs im Fraktionsvorstand vertreten. Ihrer Wiederwahl dürfte nichts im Wege stehen. Uwe Biester (Wilhelmshaven), der den Arbeitskreis Recht und Verfassung leitet, hatte bei der Wahl vor zwei Jahren mit 95 Prozent ein überragendes Ergebnis eingefahren. Das gilt es zu verteidigen. Jens Nacke (Wiefelstede), für Wissenschaft und Kultur zuständig, hat sich auch als Vorsitzender des Asse-Untersuchungsausschusses bewährt. Clemens Große Macke (Addrup) wird immer wieder als möglicher Landwirtschaftsminister genannt, falls es zu einer Regierungsumbildung kommt.

Auch an den Fraktionsvize Karl-Heinz Klare, Karl-Heinrich Langspecht, Heidemarie Mundlos und Heinz Rolfes wird offenbar nicht gerüttelt, obwohl Klare und Mundlos häufiger in der Kritik standen. In der Fraktion wird auch registriert, dass Langspecht im Asse-Ausschuss nicht immer eine glückliche Figur macht.

Kampfkandidaturen sind bisher nicht angekündigt, scheinen aber zumindest an zwei Stellen möglich. Jörg Hillmer (Wirtschaft) und Max Matthiesen (Soziales), beide vor zwei Jahren knapp gescheitert, könnten erneut ihren Hut in den Ring werfen. In der Fraktion hält man Denkzettel beim „Wahlmarathon“ am Dienstag für möglich. Auch 2008 kassierten einige Kandidaten viele Nein-Stimmen.

Neu ist bei der turnusmäßigen Neuwahl, dass die Fraktionsvizes nicht mehr im Block, sondern mit eindeutiger Aufgabenzuteilung gewählt werden. Im vergangenen Jahr hatten der Wechsel von Parlamentsgeschäftsführer Bernd Althusmann ins Kultusministerium und der Rücktritt der Bildungsexpertin Ursula Körtner für Wirbel gesorgt. Diesmal soll es ruhig bleiben.