HANNOVER - Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe hat die Pläne zur Bildung einer evangelischen Kirche in Niedersachsen zurückgewiesen. „Einen Weg zum Zusammenschluss der evangelischen Kirchen in Niedersachsen bereits jetzt zu beschreiten, halten wir für verfrüht und kontraproduktiv“, heißt es in einem Votum, das die Synode am Sonnabend in Stadthagen beschloss. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lägen keine belastbaren Daten dafür vor, dass ein Zusammenschluss notwendig sei.

Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe im nördlichen Landkreis Schaumburg ist mit rund 61 000 Mitgliedern in 22 Gemeinden nach Mitgliedern die zweitkleinste und nach der Fläche die kleinste evangelische Landeskirche in Deutschland. Der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber hatte im März eine Diskussion über einen Zusammenschluss angeregt. Der 1971 gegründeten Konföderation gehören neben der schaumburg-lippischen Landeskirche auch die lutherischen Kirchen von Braunschweig, Hannover und Oldenburg sowie die Evangelisch-reformierte Kirche mit Sitz in Leer an. Bis zum 1. September soll jedes Kirchenparlament sein Votum zu Verhandlungen über einen Zusammenschluss abgeben.