HANNOVER - HANNOVER/SE - Es dauerte genau eine Woche von der ersten Lüge des SPD-Bundestagsabgeordneten Jann-Peter Janssen (Norden) bis zu seinem Rücktritt.

Am 7. Januar stritt Janssen im Gespräch mit der NWZ noch ab, auf der Gehaltsliste von VW zu stehen. Am 14. Januar teilte der SPD-Politiker in einer knappen Erklärung mit, dass er sein Mandat zurückgibt. Er ziehe die Konsequenzen aus den unterschiedlichen Interpretationen der Liste von Abgeordneten.

Dem Anruf der NWZ war ein Hinweis aus dem Konzern vorausgegangen. Janssen kassiere ohne Arbeitsleistung Bezüge, hieß es in einem Brief von VW-Mitarbeitern. Doch der SPD-Politiker leugnete am Telefon alle Vorwürfe. Er sei sauber, sagte Janssen in dem gut fünfminütigen Gespräch. „Ich stehe auf keiner Liste.“ Er habe einen ruhenden Vertrag und seit seinem Wechsel in den Bundestag 1994 keine Bezüge mehr von VW bekommen, erklärte der 59-jährige Ex-Betriebsrat. Andere Behauptungen seien „Quatsch“.

Janssen erwähnte dabei mit keinem Wort, dass sein Vertrag erst seit dem 1. Januar dieses Jahres ruht. Vermutlich, weil das Schlüsse auf Bezüge bis einschließlich 2004 zugelassen hätte. Um sich zu schützen, ging der SPD-Politiker sogar noch weiter und verwies auf die strengen Regelungen im Bundestag. Lücken wie in Niedersachsen gebe es dort nicht.

„Janssen bestreitet Vorwürfe“, hieß es am 8. Januar in der NWZ . Jetzt endlich wurden auch andere Medien auf den Fall aufmerksam. Am Ende strafte die VW-Liste Janssen Lügen.