HANNOVER - Mit einem Luftballon-Massenstart vor der Marktkirche in Hannover haben Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU) und Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) in Hannover auf das Thema Organspende aufmerksam gemacht. Dort wurde am Sonnabend der Tag der Organspende ausgerichtet.
Informationsstände vor der Kirche klärten über Details wie Transplantationen und Gesundheit auf. Experten und Patienten standen für Fragen und Gespräche Rede und Antwort. In Niedersachsen stieg die Zahl der Organspender in den ersten vier Monaten 2010 um gut 25 Prozent. „Diese positive Entwicklung gilt es fortzusetzen“, erklärte Özkan.
Der katholische Hildesheimer Bischof Norbert Trelle forderte bei einem ökumenischen Gottesdienst eine „breite Diskussion“ über das Thema. „Organspende ist Nächstenliebe“, sagte der Oberhirte am Sonnabend in der Marktkirche. „Die Auseinandersetzung mit der Organspende ist Christenpflicht“, sagte Trelle. Sie sei richtig, wichtig und lebenswichtig. Geleitet wurde der Gottesdienst vom evangelischen Bischof von Braunschweig, Friedrich Weber.
Jährlich sterben in Deutschland rund 1000 Menschen, die auf ein Spenderorgan gewartet hatten. Durchschnittlich fünf bis sechs Jahre Wartezeit muss ein Nierenpatient für eine Transplantation in Kauf nehmen. Wer zur Organspende bereit ist, kann in einem Ausweis genau festlegen, was nach dem Tod entnommen werden darf.
Eine große Mehrheit der Bevölkerung stehe zwar der Organspende positiv gegenüber, sie dokumentiere ihre Bereitschaft jedoch nicht mit einem Ausweis, sagte Dirk Heuer, Landesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU in Niedersachsen. Nur mit dem Ausweis könne eine Spendenbereitschaft erklärt werden.
