HANNOVER - HANNOVER/DPA - Die Kaufmännische Krankenkasse KKH hat die Gesundheitspolitiker aufgefordert, sich um eine Begrenzung der Arzneimittelausgaben zu kümmern. Vorstandsvorsitzender Ingo Kailuweit mahnte an, die Zahl der Medikamente zu reduzieren. In Deutschland gebe es rund 20 000 verschreibungspflichtige Medikamente, in anderen Ländern wie der Schweiz und Österreich seien es 4000 bis 7000. „Die Volksgesundheit dort ist nicht schlechter als unsere.“

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) erklärte dazu, die Krankenkassen hätten alle Mittel in der Hand, einen Ausgabenanstieg zu steuern. Wenn diese nicht genutzt würden, sei das „ein Indiz dafür, dass Herr Kailuweit zwar ein Managergehalt bezieht, aber dass die damit verbundene und geforderte Leistung zu wünschen übrig lässt“. Der KKH-Chef kritisierte, es kämen zu viele neu zugelassene Medikamente auf den Markt, für die allein die Pharmafirmen den Preis bestimmten. Diese „Schein-Innovationen“ seien teuer. Je Mitglied seien die Arzneimittel-Ausgaben im ersten Halbjahr um 23 Prozent gestiegen, bei konstanter Rezept-Zahl.