HANNOVER - Bei der Debatte über den neuen Glücksspielstaatsvertrag im Landtag, musste Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) viel Kritik einstecken. Die Opposition warf am Mittwoch den Liberalen vor, sie seien eine Klientelpartei für die Glücksspielindustrie. Bode hatte sich von Lobbyisten zu einer Glücksspiel-Tagung mit Hotel-Übernachtung nach Sylt einladen lassen.

Der Grünen-Abgeordnete Ralf Briese (Oldenburg) warf Bode Klientelpolitik auf einer Ferieninsel vor. „Die Reise war so wertlos wie eine Pferdewette.“ Linken-Fraktionschef Hans-Henning Adler (Oldenburg) kritisierte, Bode habe durch die Einladung gegen das Ministergesetz verstoßen, dass die Annahme von Geschenken verbiete.

Ministerpräsident David McAllister (CDU) verteidigte den Entwurf zum neuen Glücksspielstaatsvertrag als notwendigen Kompromiss. „Es war ein langer und mit vielen Mühen verbundener Abstimmungsprozess“, sagte McAllister. Bei einem Scheitern hätte man das Lottomonopol überhaupt nicht halten können. „Wir wollen eine Regulierung des Graumarktes“, sagte FDP-Fraktionschef Christian Dürr (Ganderkesee). SPD, Grüne und Linke kritisierten die von den Bundesländern geplante Öffnung des Sportwettenmarkts für private Anbieter.