HANNOVER/GOLMBACH - Wölfe jagen in der Heide, Biber paddeln durch die Elbe, Luchse pirschen im Harz – viele einst bedrohte Tierarten sind in Niedersachsen wieder heimisch geworden. Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) stellte am Donnerstag in Golmbach (Kreis Holzminden) die erste „weiße Liste“ der Säugetiere vor. Danach sind 30 von insgesamt 77 Arten, die es in Niedersachsen gibt, nicht gefährdet.

Weitere 15 Arten, die auf der „roten Liste“ der bedrohten Arten stehen, haben sich im Bestand erholt. Dazu gehören auch Fischotter, Kegelrobbe und Großes Mausohr, mit 40 Zentimeter Flügelspannweite die größte Fledermausart in Niedersachsen. Sander sprach von einem „großen Erfolg“ für den Naturschutz. Die vielfältigen Maßnahmen zum Schutz der Säugetiere hätten sich bewährt.

Als Beispiele nannte er die Kegelrobbe, die zu Beginn der 90er Jahre als nahezu ausgestorben galt. Heute tummeln sich wieder zahlreiche Robben an der Nordseeküste. Rund 60 Luchse durchstreifen den Harz und wandern auch in andere Gebiete des Landes. Zu den Rückkehrern nach Niedersachsen gehören Wisent und Nerz. Die Naturschützer haben selbst die Kleine Hufeisen-Nase nicht aufgegeben, eine Fledermausart, die als ausgestorben gilt.

Für Sander „sensationell“ ist die Rückkehr der Wölfe. Zwei wurden bislang in der Lüneburger Heide gesichtet. Das Ministerium geht aber davon aus, dass sich viel mehr auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen im Nordosten tummeln. Auch „ungebetene Besucher“ wie Waschbär, Marderhund und Nutria sind inzwischen in Niedersachsen heimisch geworden.

Land und EU geben für Naturschutzprogramme rund 16 Millionen Euro jährlich aus. Die Lebensbedingungen der heimischen Säuger müssten weiter gezielt verbessert werden, sagte Sander.