HANNOVER - Mechthild Ross-Luttmann gilt als Favoritin für das Amt. Ministerpräsident Wulff wird darüber entscheiden.

von marco seng,

redaktion hannover

HANNOVER - Der Abschied von Ursula von der Leyen aus der Landespolitik schien nur Formsache. Die Verhandlungen über eine Große Koalition in Berlin machten ihn aber zur Hängepartie. Drei Wochen lang musste die CDU-Sozialministerin bangen. Seit gestern ist klar: Von der Leyen übernimmt das Familienressort im Kabinett Merkel. Offiziell wollte das zunächst niemand bestätigen. Staatskanzlei und Ministerium lehnten einen Kommentar ab. CDU-Kreise in Hannover raunten die Nachricht aber bereits am Mittag. Andere Kandidaten für das Amt gebe es nicht, hieß es.

Von der Leyen, die erst seit zweieinhalb Jahren im Landtag sitzt, kann ihren Umzug in die Hauptstadt also getrost vorbereiten. Die 47-jährige Ärztin wird wohl nicht nur ihren Mann, ihre sieben Kinder und die Haustiere mitnehmen, sondern auch einen Teil ihres Stabes. Dass Staatssekretär Gerd Hoofe und Sprecherin Iris Bethge ebenfalls ihre Koffer packen, gilt als wahrscheinlich. Die Landesregierung verliert damit eins ihrer profiliertesten und beliebtesten Mitglieder. In der CDU-Fraktion weint allerdings nicht jeder von der Leyen eine Träne nach. Die politische Senkrechtstarterin aus Sehnde hatte im Parlament viele Neider. Auch ihre Alleingänge sorgten gelegentlich für Unmut.

Bis zum Wechsel könnten noch einige Tage ins Land gehen, doch die Diskussion um eine Nachfolgerin ist bereits voll entbrannt. Als Favoritin gilt die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion, Mechthild Ross-Luttmann (Rotenburg). Die 47-jährige Juristin, die auch erst seit 2003 im Landtag sitzt, wird von Fraktionschef David McAllister hoch gelobt. Es sei ihr gelungen, den zerstrittenen Arbeitskreis Soziales wieder zu einen, heißt es. McAllister und Ross-Luttmann selbst wiegelten gestern ab. Es sei zu früh für Spekulationen.

Eine Alternative wäre die Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth (42) aus Hannover. Spekuliert wird in der Landeshauptstadt allerdings auch über eine Kabinettsumbildung. Diese Variante gilt allerdings als unwahrscheinlich. Die Entscheidung liegt bei Ministerpräsident Christian Wulff (CDU).