HANNOVER -

Redaktion hannover

HANNOVER - Die Grünen in Niedersachsen brauchen schon wieder einen neuen Vorstand. Nur knapp ein Jahr nach ihrer Wahl will die Parteivorsitzende Susanne Leifheit (Königslutter) im Januar ihr Amt niederlegen. Auch Co-Landeschef Raimund Nowak (Hannover) denkt über einen Rückzug nach. Gestern wurde zudem bekannt, dass die bisherige Landesvize Rita Schilling (Oldenburg) sich beim Parteitag im Januar nicht mehr zur Wahl stellen wird. Sie will sich auf ihr Mandat im Rat der Stadt Oldenburg konzentrieren.

Anders als in der Vergangenheit spielen parteiinterne Querelen diesmal offenbar keine Rolle. Leifheit erklärte, sie habe sich für ein Jobangebot ihre Arbeitgebers VW entschieden. Politische Gründe habe es nicht gegeben. Nowak sprach von einer nachvollziehbaren Entscheidung. „Sie scheidet nicht im Groll“, sagte er dieser Zeitung. Auch die Grünen-Fraktion im Landtag, die am Montag von Nowak informiert wurde, zeigte Verständnis.

Ursprünglich wollten die Grünen erst im Sommer 2007 einen neuen Vorstand wählen. Aus Angst vor Problemen im Landtagswahlkampf wurde der Termin jetzt um ein halbes Jahr vorgezogen.

Der fünfköpfige Vorstand ist seit November 2005 im Amt. Damals wurde Leifheit als Nachfolgerin von Brigitte Pothmer gewählt, die in den Bundestag wechselte. Nowak ist bereits seit drei Jahren im Amt. Er drängt sich selten in den Vordergrund, wird aber in der Partei für seine interne Arbeit geschätzt. Die politisch relativ unerfahrene Leifheit hatte Probleme, in die Fußstapfen von Pothmer zu treten, blieb eher blass. Für ihre Nachfolge ist die junge Landtagsabgeordnete Filiz Polat im Gespräch, die in der Fraktion Bereitschaft signalisiert haben soll. Auch bei Nowak spielen nach eigenen Angaben berufliche Gründe eine Rolle. Er würde aber offenbar weitermachen, wenn man ihn darum bitte.