Hannover - Von einer „bitteren Wahlniederlage“ (SPD) über „schlicht nicht gut“ (CDU) bis hin zu einem „beeindruckenden Rekordergebnis“ und „stark“ (AfD) reicht die Spannbreite der Äußerungen auf der politischen Landesebene Niedersachsens zum Ausgang der Hessenwahl. Die NWZ hat die Vorsitzenden der im niedersächsischen Landtag vertretenen Parteien um Stellungnahmen gebeten. Nachfolgend einige Auszüge aus den Stellungnahmen:

SPD-Landesvorsitzender Stephan Weil: „Das Ergebnis der Landtagswahl in Hessen ist mehr als enttäuschend, wir haben eine weitere bittere Wahlniederlage eingefahren. Die Wahl in Hessen ist überlagert worden von den Streitigkeiten in der Großen Koalition in Berlin und dem wenig überzeugenden Auftreten von CDU/CSU und SPD auf Bundesebene. Hier liegt die Hauptverantwortung für die herben Verluste. Die SPD muss ihre politischen Schwerpunkte stärker herausarbeiten. Nicht zuletzt müssen wir in Berlin besser werden in der Kommunikation. Da ist noch viel Luft nach oben.“

CDU-Landesvorsitzender Bernd Althusmann: „Am Ergebnis gibt es nichts zu beschönigen. Das Ergebnis war schlicht nicht gut. Das Wahlergebnis ist ein Weckruf an die Große Koalition in Berlin, Machtfragen hinter sich zu lassen und sich um die wichtigen Sachfragen zu kümmern. Weniger Streit und Schlagzeilen, mehr Inhalt und Schlagzahl bei den Themen, die den Menschen in Deutschland wirklich wichtig sind. Vom CDU-Bundesparteitag im Dezember erwarte ich ein klares Signal des Aufbruchs und der Klarheit.“

FDP-Landesvorsitzender Stefan Birkner: „Die Hessen-Wahl ist durch die Bundespolitik bestimmt worden. Es handelt sich um eine Abrechnung mit der Großen Koalition in Berlin. Die Verluste von SPD und CDU sind dramatisch. Die Instabilität in Berlin wird zunehmen und die Regierung wird die Legislatur nicht zu Ende bringen. Für die FDP ist es ein Erfolg, deutlich hinzugewonnen zu haben, auch wenn es für eine Regierungsbeteiligung nicht gereicht hat.“

Grünen-Landesvorsitzender Hans-Joachim Janßen: „Unsere hessischen Freundinnen und Freunde haben ein beeindruckendes Rekordergebnis erreicht. Hessen ist damit so grün wie nie: Dank erfolgreicher Regierungspolitik und einem starken Wahlkampf mit klarer Haltung für eine offene Gesellschaft, Klimaschutz und die Mobilitätswende. Die Wahl hat auch gezeigt, dass die Menschen den Streit auf der politischen Bühne satt haben und Lösungen für die wichtigen Zukunftsfragen wollen. Das Wahlergebnis bedeutet deshalb auch weiteren Rückenwind für grüne Politik, den wir in Niedersachsen als neu gewählter Landesvorstand gerne aufnehmen.“

AfD-Landesvorsitzende Dana Guth: „Wir gratulieren unseren Parteikollegen in Hessen zu einem starken Ergebnis. Die AfD ist damit in allen deutschen Landtagen, dem Bundestag und dem Europaparlament vertreten. Wir sind auf der politischen Landkarte nicht mehr wegzudenken. Die Wahl in Hessen hat gezeigt: Die AfD bringt Bewegung in die Politik. Angela Merkel hat die Konsequenzen gezogen und wird nicht mehr für den Parteivorsitz antreten. Wir gehen auf ein besseres Deutschland zu.“