HANNOVER - HANNOVER/DPA - Im Wettbewerb um die besten Wissenschaftler weltweit sollen die Hochschulen in Deutschland nach dem Willen von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) mehr Freiräume bekommen. „Der Chef einer Universität muss die Möglichkeit haben, weltweit die besten Köpfe anzusprechen“, sagte Schavan am Montag bei einem hochschulpolitischen Kongress der niedersächsischen Landesregierung in Hannover.

Dazu müssten „Bremsen“ auf Bundes- und Landesebene gelöst werden, die verhinderten, dass manches Talent nach Deutschland komme. Schavan nannte etwa ein starres Besoldungsrecht – auch Berufungen von Professoren dauerten zu lange.

Angesichts des Fachkräftemangels wollen die Bundesbildungsministerin und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) mehr Nachwuchs in den Ingenieur- und Naturwissenschaften gewinnen. Hier seien Studienplätze teils nicht besetzt, sagte Wulff. „Die Lücke muss geschlossen werden.“ Dabei setzen die beiden CDU-Politiker besonders auf Frauen.

Wulff appellierte zudem an die Wirtschaft, mit Blick auf steigende Abiturientenzahlen auch mehr Ausbildungsplätze zu schaffen. „2011 ist die letzte große Chance für die Wirtschaft, um zwei Abiturientenjahrgänge abzugreifen. Wer da nur Dienst nach Vorschrift macht, hat die Chance verschlafen.“ 2011 wird es in Niedersachsen wegen der Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf 12 Jahre gleich zwei Abiturjahrgänge geben.

Schavan sprach sich zudem dafür aus, die Exzellenzinitiative als Wettbewerb um die Förderung von Spitzenforschung dauerhaft beizubehalten. Für die bisherigen Förderrunden der Exzellenzinitiative stehen von 2006 bis 2011 insgesamt 1,9 Milliarden Euro bereit. Die Universität Göttingen hat eine Chance, in diesem Jahr mit ihrem Zukunftskonzept als Elite-Hochschule ausgewählt zu werden.