HANNOVER -
Redaktion Hannover
HANNOVER - Die Hochwasserlage an der Elbe entspannt sich langsam. Der Druck auf die Landesregierung nimmt dagegen zu. Die Landtags-Opposition wirft CDU/FDP-Koalition vor, die Flut „verpennt“ zu haben. SPD und Grünen forderten am Mittwoch den Rücktritt von Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP). Die Sozialdemokraten drohten mit einem Untersuchungsausschuss. „Die Landesregierung hat in einer Art und Weise versagt, die sie zu einem Mitschuldigen an den Schäden macht“, erklärte der frühere SPD-Innenminister Heiner Bartling. Auch für Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel ist Sander nicht mehr tragbar. „Er hat eindeutig nicht richtig reagiert“, sagte Wenzel dieser Zeitung. Das Maß sei voll.Die Opposition wirft der Regierung vor, zu spät vor der Flut gewarnt zu haben. In Hitzacker hätten größere Schäden durch den Einsatz mobiler Dämme vermieden werden können. Scharf kritisiert wurde auch das Krisenmanagement von Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Die SPD warf dem Landkreis Lüchow-Dannenberg vor, den Katastrophenalarm zu spät ausgelöst zu haben.
Umwelt- und Innenministerium wiesen die Vorwürfe zurück. Sie seien nichts als „heiße Luft“, erklärte Sander. Das Umweltministerium verwies darauf, dass die Pegelstände teilweise höher gewesen seien als von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Magdeburg prognostiziert. Am 5. April etwa stiegen sie sprunghaft um 23 Zentimeter. Grund dafür sei auch, dass in Brandenburg ein Havelwehr erst geschlossen und dann plötzlich wieder geöffnet wurde. Brandenburg lehnte die Verantwortung jedoch ab. Die Öffnung sei nicht für Überschwemmungen in Niedersachsen verantwortlich, hieß es aus Potsdam.
Die Opposition sieht in den Vorwürfen gegen die Nachbarländer ein Ablenkungsmanöver. „Schuldzuweisungen an andere sind verfehlt“, erklärte Wenzel. Die Landesregierung beharrt jedoch darauf, die Kommunen an der Elbe rechtzeitig gewarnt zu haben. Warum vor Ort trotzdem zunächst hunderttausende Sandsäcke fehlten, konnte sie nicht erklären.
