HANNOVER - Sie ist weiß, wird von vier Rotoren angetrieben und ihre zwei Kameras sehen alles: die neue Mini-Drohne der Polizei in Niedersachsen. Das „fliegende Auge“ soll künftig bei der Jagd nach Verbrechern eingesetzt werden. Die Mini-Drohne wird in den kommenden sechs Monaten getestet.

Das „fliegende Auge“ soll etwa bei der Fahndung nach flüchtigen Bankräubern und Geiselnahmen genauso helfen wie beim Katastrophenschutz und bei Bränden. Die Mini-Drohne könne eine Schlüsselstellung zur schnellen Informationsgewinnung einnehmen und im polizeilichen Bereich etwa zur Luftaufklärung, Einsatzführung, Beweissicherung und Dokumentation an Bedeutung gewinnen, sagte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Montag in Hannover.

Bislang wird die Mini-Drohne, die rund 47 000 Euro kostet, laut Ministerium unter anderem in Sachsen eingesetzt. Schünemann plant, weitere Drohnen anzuschaffen. Bisher sind sechs Polizeibeamte an dem Fluggerät ausgebildet. Auch die Feuerwehr soll die Mini-Drohne testen.

Schünemann bezeichnete die Technik als „Quantensprung“ in der Aufklärungsarbeit. Als Beispiel für den Einsatz des Gerätes nannte Schünemann einen Jahre zurückliegenden Mordfall, bei dem sich der bewaffnete Täter in einem Maisfeld versteckt hielt. „Bei der Suche hätten wir uns eine Drohne gewünscht“, so der Minister.

Das kleine unbemannte Luftfahrzeug (UAS - Unmanned Arial System) ist unter anderem eine Ergänzung zum Einsatz der Polizeihubschrauber. Die Mini-Drohne funktioniert mit einem ferngesteuerten Drehflüglersystem. Sie kann senkrecht starten und landen und wird mit einem Akku betrieben.